Rezensionen

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Katrin Luber hat eine Rezension in ihrem Blog "Ist das vegan oder kann das weg?" veröffentlicht (Dezember 2015). 

 

 

Marina von ve love hat mich im August 2015 in Berlin getroffen und nun ein tolles Video veröffentlicht. 

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Rezension von Meike Melanšek, Betreiberin des Blogs Veggiecoach (Rezension zur Kinder-Variante, Sommer 2015)

TIERE RETTEN MACHT SPASS!
Da ist es, das erste vegane Brettspiel!

Den meisten wird es nicht aufgefallen sein, den vegan oder vegetarisch lebenden Eltern hingegen umso mehr: Schon in Kinderbüchern, Filmen und Spielen wird den Allerkleinsten von Anfang an ein völlig geschöntes und schlichtweg falsches Bild von unserem Umgang mit Tieren vorgespielt. Glaubt man den gängigen Darstellungen, so leben auf Bauernhöfen nur glückliche, lachende Tiere, die frei herumlaufen dürfen und sich darüber freuen, mit den Menschen friedlich und fair zusammenleben zu dürfen - ein Geben und Nehmen… von wegen!
Auch Zoos und Zirkusse erinnern eher an Vergnügungsparks oder Luxusunterbringungen für Tiere, was komplett an den realen Zuständen dieser Einrichtungen vorbeigeht und einfach nicht zu der ethisch-motivierten Erziehung in veganen oder vegetarisch lebenden Familien passt.

Das Schlimmste, was ich mal gesehen habe, ist ein Buch über eine Schweinefamilie, in der sich die Ferkel Gedanken über den Sinn des Lebens machen und Wünsche äußern, was sie einmal werden wollen. Eines der drei Ferkel hat es schnell erkannt: Es will gerne Speck werden, weil die Menschen so gerne Speck essen und es sich nichts mehr wünscht, als die Menschen glücklich zu machen. Man könnte meinen, das sei ein sarkastisches Buch, aber es ist tatsächlich ernst gemeint und soll Kindern vermitteln, dass Tiere gerne für unsere kulinarischen Sekunden des Genusses ihr Leben lassen. Sogar meine kleine Tochter (5 Jahre) hat ganz schnell erkannt und gesagt: "Das ist Quatsch: Niemand will freiwillig getötet und gegessen werden. Auch nicht ein Schwein!"

Daher freue ich mich sehr über jedes Produkt auf dem Markt, das dieser Farce etwas entgegensetzt und kindgerecht vermittelt, dass alle Tiere schützenswert sind und ein Recht auf ein unversehrtes Leben haben. Nicht nur die geliebten Haustiere.

So wie dieses neue Brettspiel "Ein Lebenshof für Tiere": Hierbei handelt es sich um ein kooperatives Familienspiel, das heißt, die Spieler spielen gemeinsam und nicht gegeneinander. Die gemeinsame Mission ist es, einen Lebenshof aufzubauen und im Laufe des Spieles möglichst viele Tiere zu retten und auf dem Hof unterzubringen. Doch das ist gar nicht so einfach: Man muss kooperieren und Vorteilskarten sinnvoll einsetzen. In den ersten Runden werden es einige Tiere nicht schaffen. Die Herausforderung ist nun, in den nächsten Runden vorausschauend zu spielen und mittels kluger, taktischer Entscheidungen und etwas Würfelglück ALLE Tiere zu retten.


Rezension1

Das Spiel ist schön klein und handlich. Es wirkt auf dem Bild größer, als es in Wirklichkeit ist.

 

Rezension2

 

Das Spiel wird für Kinder ab 8 Jahren empfohlen, es ist aber auch eine vereinfachte Variante ab 4 Jahren enthalten, bei der weniger Tiere gerettet werden müssen und das Erreichen des Ziels einfacher ist.
In dieser Version haben wir mit unserer 5-jährigen Tochter Marja einige Runden gespielt und begeistert wollte sie solange spielen, bis wir in einer Runde wirklich alle Tiere gerettet haben. Anfangs wollte sie immer gleich sofort Tiere retten, wenn möglich, hat dann aber bald begriffen, dass es taktisch besser ist, erst den Hof zu vergrößern und Plätze für neue Tiere zu schaffen, um das Ziel zu erreichen. Sie hat sich dann entschieden, lieber eine Baukarte einzusetzen und mir dann das Retten zu überlassen. Auch lernte sie schnell, dass es nicht unbedingt von Vorteil ist, das Lieblingstier (in diesem Fall das Pferd) den anderen zu rettenden Tieren vorzuziehen. In einer Runde hatte sie ohne Rücksicht auf Verluste das Pferd gerettet, leider mussten dann zwei andere Tiere "dran glauben" und haben es nicht auf den Hof geschafft. Das fand sie dann auch nicht gut, und hat schnell verstanden, dass es wichtig ist, taktisch klug zu planen, damit möglichst alle Tiere ihren Platz finden können, sei es nun die Kuh, das Pferd oder die Ente. Die Freude war groß, als wir es nach der 4. Runde tatsächlich geschafft haben, alle zwölf Tiere sicher auf dem Lebenshof unterzubringen.

 

Rezension4

Die Entscheidung in jeder neuen Runde (in der Variante ab 4 Jahren): Tiere retten oder lieber den Lebenshof vergrößern, um mehr Platz für weitere Tiere zu schaffen?

 

Schön finde ich, dass nicht explizit thematisiert wird, vor was die Tiere gerettet werden sollen. Die dazu fließenden Informationen kann man dem Wissensstand und Alter der Kinder anpassen und selbst entscheiden, inwieweit man auf die Themen Massentierhaltung, Schlachthöfe, Tierversuchslabore, Zirkusse und Zoos eingeht. Mit älteren Kindern kann so sicherlich eine aufklärende Diskussion entstehen, bei den Kleinen geht's mehr um den Spaß und das Retten an sich. Jedes Kind liebt Tiere und es ist für sie ganz einleuchtend, dass Tiere schutzbedürftig sind und man alle auf dem Hof unterbringen möchte, wenn man sie gerettet hat. Man kann somit dieses Spiel durchaus mit Freunden der Kinder aus nicht-veganen Familien spielen, ohne von deren Eltern missionarische Absichten unterstellt zu bekommen.

Das Spiel ist klein und kompakt und lässt sich gut überall mit hinnehmen. Der Preis von 19,95 EUR erscheint zunächst hoch, man muss aber bedenken, dass die Kosten für die kleine Erstauflage verhältnismäßig hoch waren, da die Herstellungskosten für Stanzwerkzeuge und Gestaltungskosten mit einzurechnen sind. Mit dem Preis von 19,95 EUR sollen die Kosten wieder reingeholt werden.
Wenn sich das Spiel gut verkauft und guten Anklang findet, wird es sicherlich weitere Auflagen geben, die dann kostengünstiger hergestellt werden können. Solange würde ich jedoch nicht warten. Es lohnt sich jetzt schon und ist eine tolle Investition für eine gute Sache, denn vom Gewinn sollen in Zukunft auch Tierprojekte profitieren. Außerdem gibt man für ein gutes Kinderbuch auch schnell mal 20 EUR aus und liest es dann vielleicht nur einmal. Mit diesem Spiel hat man immer wieder Spaß, auch wenn das Kind älter wird und man auf die schwierigere Variante umsteigen kann.

 

Fotos: Meike Melanšek